Lebenswerk mit Zukunft

Zeitenwende in der Führung: Wenn Familienunternehmen externe Geschäftsführer brauchen

Familienunternehmen bilden das Rückgrat der deutschen Wirtschaft. Sie sind geprägt durch starke Identifikation, langfristige Strategien und ausgeprägte Werteorientierung. Über 90 Prozent aller Unternehmen gelten als familiengeführt. Doch mit Generationenwechsel, Wettbewerbsdruck und der Transformation durch Digitalisierung geraten traditionelle Führungsmodelle an ihre Grenzen.

Die zentrale Frage: Wer übernimmt die Geschäftsführung? Während früher selbstverständlich ein Familienmitglied die Leitung übernahm, treten heute immer häufiger externe Geschäftsführer an die Spitze. Diese Entwicklung verspricht frischen Wind und professionelle Struktur, birgt aber auch Risiken wie kulturelle Entfremdung und Machtkonflikte.

Diese Erkenntnisse stammen aus dem Beitrag von Frank Beyer, Geschäftsführer einer HR-Unternehmensberatung mit Fokus auf Unternehmernachfolge, der im Buch „Lebenswerk mit Zukunft“ seine jahrzehntelange Erfahrung teilt.

Die Entscheidung für einen externen Geschäftsführer hat meist drei Gründe: Die Expertise-Lücke bei fehlendem Fachwissen für Digitalisierung oder strategische Neuausrichtung, die Übergangslösung als Brücke zwischen Generationen oder die Krisensituation, wenn neutrale, professionelle Führung den Turnaround ermöglichen soll. Die Frage lautet dabei immer: Ist der Externe ein Gewinn oder eine Gefahr?

Im Kern steht ein paradoxes Spannungsfeld: Familienunternehmen holen externe Geschäftsführer für Eigenschaften, die sie von Familienmitgliedern unterscheiden – objektive Professionalität, externe Markterfahrung, spezialisiertes Fachwissen. Gleichzeitig erwarten sie Verhalten, das typisch für Familienmitglieder ist – bedingungslose Loyalität und emotionale Verbundenheit.

Frank Beyer berichtet: „Ich höre von externen Geschäftsführern immer wieder: ‚Ich wusste nicht, dass ich auch Familientherapeut, Diplomat und Archäologe werden würde.‘ Diese Rollen sind in keiner Stellenausschreibung zu finden, aber oft entscheidend für den Erfolg.“

Bis 1950 war die Geschäftsführung nahezu ausschließlich familienintern besetzt. Den signifikanten Wandel brachten die Jahre ab 1980: Globalisierung und steigende Anforderungen führten zur Professionalisierung. Externe Geschäftsführer wurden auf oberster Ebene eingesetzt – als Übergangslösung oder dauerhafte Struktur.

Die Berufung eines externen Geschäftsführers stellt einen tiefgreifenden Einschnitt dar – strukturell, emotional und kulturell. Für Eigentümer geht es darum, das Lebenswerk in gute Hände zu geben und die Unternehmensidentität zu bewahren. Für externe Geschäftsführer bedeutet es, Glaubwürdigkeit aufzubauen in einem Umfeld, in dem familiäre Bindungen traditionell mehr zählen als externe Expertise.

Den vollständigen Originalbeitrag von Frank Beyer findest du im Buch „Lebenswerk mit Zukunft“ und einen kostenlosen Auszug findest du unter Kapitelauszüge kostenlos lesen

Warum dieses Buch besonders ist: „Lebenswerk mit Zukunft“ vereint 14 externe Experten, die Familienunternehmen begleiten und den wertvollen objektiven Blick mitbringen, der für erfolgreiche Transformationen entscheidend ist. Statt theoretischer Modelle erhalten Sie authentische Einblicke aus hunderten begleiteten Nachfolgeprozessen – ehrlich, praxisnah und sofort umsetzbar.